Pressemitteilung: Autogerechte Stadt bekommt Gegenwind

KligK-Auftaktaktionen für Klimagerechtigkeit in Kassel

Kassel, 21.4.2018. Die neu gegründete Gruppe „Klimagerechtigkeit Kassel“ (KligK) fordert mit ihren Auftaktaktionen ein Ende der autogerechten Stadt und eine echte Verkehrswende hin zu einer nachhaltigen Mobilität mit Fahrrad, Fuß und kostenlosem Nahverkehr.

Autos heizen die Klimakatastrophe an, beanspruchen parkend und fahrend extrem viel
Raum und verursachen Lärm, Unfälle und giftige Abgase. Deshalb blockierten rund zwanzig engagierte Menschen am Samstag, 21. April, kurzzeitig den Autoverkehr auf der innerstädtischen Hauptverkehrsstraße Steinweg. Mit Atemschutzmasken und Transparenten trugen sie ihren Protest auf die Straße und brachten so ihren Unmut über die dreckige Autoindustrie zum Ausdruck.

Konsequenz: Mehr Platz für Fahrräder auf Kassels Straßen! Doch Kasseler Behörden
scheinen einer Verkehrswende keine Priorität einzuräumen. Deshalb setzte KligK bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit einer radikaldemokratischen Kunstaktion selbst die Zeichen. Rund um den Tag der Erde sind neue Fahrradstraßen-Symbole und ein Zebrastreifen auf der Moritzstraße aufgetaucht. Mit Kreide beteiligen sich bei dem Umweltfest am Sonntag auch Kinder und andere Besucher_innen daran, kleinere Fahrradsymbole auf die Straßen der Nordstadt zu malen.

Im Vergleich zu anderen vergleichbaren Städten liegt Kassel weit zurück in der Fahrradnutzung, aber auch der Verkehrssicherheit, wie der Fahrradklima-Test des ADFC aufgezeigt hat. Die Aktionen fordern daher von der Stadt eine schnelle Verkehrswende hin zu den ökologischen Mobilitätsalternativen wie dem Fahrrad. „Kassel stellt kaum ein Prozent der Verkehrsausgaben für den Radverkehr bereit. Das muss sich ändern,“ so Juri Nalder, Pressesprecher von Klimagerechtigkeit Kassel. „Kassel könnte aufholen, wenn beispielsweise Fahrradschnellwege in die einzelnen Stadtteile eingerichtet, Kreuzungen auch außerhalb des Überholungsturnus für den Radverkehr umgebaut und die Tempo 30-Zonen und Fahrradstraßen deutlich ausgeweitet würden.“

Hintergrund der Aktionen ist die Notwendigkeit einer Mobilitätswende angesichts der
katastrophalen Folgen des Klimawandels, der Menschen im globalen Süden schon heute die Existenzgrundlage nimmt. Die Zurückdrängung des Autoverkehrs und die Priorisierung des Fahrrad- und Fußverkehrs sowie des öffentlichen Nahverkehrs sind ein notwendiger Schritt hin zu mehr Klimagerechtigkeit. „Wir im globalen Norden können nicht weiter auf Kosten von Mensch und Umwelt weltweit leben. Wir sollten alles dafür tun, die durch unsere Lebens- und Wirtschaftsweise verursachte Klimakatastrophe einzudämmen,“ so Nalder. „Um die kollektive Unverantwortlichkeit zu überwinden, braucht es entschlossenes Handeln für grundsätzliche gesellschaftliche Veränderungen vor Ort.“

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