
Heute hat die Erdgas-Pipelinefirma Gascade den Spatenstich für seine neue Zentrale in Kassel gefeiert.
Uns ist dabei leider nicht nach Feiern zumute, weswegen wir während des Spatenstichs mit Handbannern unserem Unmut Luft gemacht haben.
Dazu erklärt ein Sprecher von Klimagerechtigkeit Kassel:
„Gascade betreibt die Infrastruktur für dreckiges Erdgas und für noch klimaschädlicheres Fracking-Gas aus den USA. Gascade führt uns damit in den Abgrund des Klimachaos.
Es ist gaga, dass Gascade völlig überdimensionierte Infrastruktur für Flüssigerdgas wie auf Rügen aufbaut. Das bestätigen auch Modellrechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). So macht Gascade unsere Gesellschaft also nur weiter abhängig vom Erdgas.
Es kann nicht sein, dass im Kasseler Klimaschutzrat behauptet wird, es gäbe für den Fernwärme-Ausbau nicht genügend Rohre und Tiefbauunternehmen, während gleichzeitg Gascade hunderte Kilometer an Riesen-Pipelines bis nach Rügen verlegt. Wir brauchen daher einen Umbau von Gascade. Das wäre auch gut möglich: die nächsten Jahre soll Gascade zu 100% in Staatseigentum sein. Wir würden gern lieber mit den hochqualifizierten Gascade-Mitarbeiter*innen zusammen den Ausbau von grüner Fernwärme vorantreiben, statt dass sie weiter Gas-Pipelines bauen müssen.
Auch das angebliche Allheilmittel Wasserstoff wird nur als Nebelkerze vorgeschoben. Nach der für 2028 angepeilten Re-Privatisierung von Gascade sollen so die reichen Eigentümer der fossilen Gasinfrastruktur noch über Jahrzehnte Profite scheffeln können. Wir brauchen aber eine gerechte Wärmewende für alle statt maximalen Profit für wenige.
Gascades angeblich ökologische Selbstdarstellung ist heuchlerisches Greenwashing. Zwar ist Holzbau und punktueller Umstieg auf grünen Wasserstoff sehr sinnvoll. Aber das kann bei Weitem nicht die Klimaschäden von all den Millionen Tonnen von Fracking-Gas aufwiegen.
Statt ebenfalls klimaschädlichen und ineffizienten grauen Wasserstoff aus Erdgas herzustellen, brauchen wir mehr Erneuerbare Energien. Für die zukünftig grüne Fernwärme brauchen wir massive öffentliche Investitionen in die kommunale Daseinsvorsorge mit Fernwärmenetzen, Großwärmepumpen und Solarthermie.“