Bunte Demo fordert „Verkehrswende jetzt!“

Mit vielen schönen Schildern, Fahrrädern und einer Brassband forderten rund 700 Menschen am 23.3. in einem Demozug durch Kassels Innenstadt eine ganz andere Verkehrspolitik in Kassel! KligK war u.a. mit drei Gehzeugen (tragbare Holzkonstruktionen in den Abmaßen eines Autos) und einer großen Infografik zur sehr unterschiedlichen Flächeninanspruchnahme von Fuß-, Rad- und PKW-Verkehr unterwegs.

Für die Demo hat sich angesichts der weitgehenden Untätigkeit der städtischen Verwaltung ein sehr breites Bündnis zusammengefunden. Gemeinsam fordern die Initiative Nahverkehr für alle, der Radentscheid, der Verkehrsverband VCD, der Fahrradverband ADFC, Umweltverband BUND, Studierendenvertretung des AStA und Klimagerechtigkeit Kassel eine rasche Verkehrswende ein. Einerseits sollen dafür die Forderungen des Radentscheids vollständig umgesetzt und deutlich mehr sichere Radverkehrsanlagen an den Hauptverkehrsstraßen und komfortable durchgängige Radrouten in Nebenstraßen eingerichtet werden. Ein umfassender Ausbau des öffentlichen und barrierefreien Nahverkehrs in Kassel mit verstärkter finanzieller Förderung und einer Senkung der Fahrpreise stellt einen weiteren wichtigen Baustein für eine soziale Verkehrswende dar. Andererseits sollte die Stadtplanung sich von Autogerechtigkeit grundsätzlich abwenden, damit unsere Stadt nicht durch Verkehrsstress und Gesundheitsgefährdung geprägt bleibt. Denn eine lebenswerte Stadt bedarf einer Stärkung des Fußverkehrs und einer deutlichen Verringerung der Flächen für Autoverkehr und Parkräume.

Nur mit entschiedenen Maßnahmen für die Verkehrswende können die Klimaziele noch eingehalten werden. Die Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors stagnieren auf dem hohen Niveau von 1990 und machen so heute ein Fünftel der Gesamtemissionen aus. Statt sich nur auf technische Scheinlösungen wie Digitalisierung und E-Mobilität zu konzentrieren, müssen sich die Infrastrukturen und die gesellschaftliche Denkweise vom Auto lösen. Dabei kann die Verkehrswende nur auf lokaler Ebene gelingen. Dass die Stadt Kassel in den 50er-Jahren ausdrücklich als autogerechte Stadt wieder aufgebaut wurde, ist nicht zu ändern, aber dass sie verkehrstechnisch immer noch in den 50er-Jahren festhängt, ist nicht akzeptabel!

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