Elf Jahre nach der Eröffnung des Kassel Airport realisiert eine immer größere Mehrheit, dass der Bau des Kassel Airport eine Fehlentscheidung war, die endlich korrigiert werden muss.
Es sind nur die Spitzen von drei milliardenschweren Kasseler Unternehmen, die noch am Kassel Airport klammern. Denn nur durch deren Druck hin wurde der Kasseler Airport gebaut: der Vorstandsvorsitzende vom Kasseler Öl- und Gaskonzern Wintershall drängte den damaligen Oberbürgermeister Bertram Hilgen, doch unbedingt diesen Flughafen zu bauen, damit er als Wintershall-Chef mit seinem Privatjet hin- und herdüsen kann. Der Oberbürgermeister stellte damals im Gegenzug eine Bedingung: dass Wintershall auf immer und ewig in Kassel bleiben möge. Mit dem Ende von Wintershall ist es Zeit, diesen per Handschlag eingegangenen Hinterzimmer-Deal unter den Mächtigen endlich aufzukündigen.
Der Kassel Airport war von Anfang an eine Fehlinvestition. Schon der Flug am ersten Tag nach der Eröffnung wurde abgesagt, da nur sechs Passagiere gebucht hatten. Diesen Winter jetzt gibt es ja noch nicht mal irgendeinen Winterflugplan.
2018 sollte der Flughafen angeblich schon schwarze Zahlen schreiben. Bis heute laufen aber Millionen an weiteren Schulden an, ein Ende ist nicht in Sicht. Jedes Jahr allein 5 Millionen Euro an Schulden für reine Betriebskosten. Dann zahlen das Land Hessen, Stadt und Landkreis Kassel als Gesellschafter des Flughafens noch weitere drei Millionen für die Flughafenfeuerwehr und den Tower. Dazu kommen 12 Millionen Euro an Abschreibungen – zusammen also 20 Millionen Euro an Schulden, jedes Jahr. Es ist völlig absurd, dass die Gemeinde Calden 2019 ihre Kita-Gebühren anheben musste, um die Schulden dieses Flughafens weiter zu finanzieren. Immer mehr Menschen realisieren daher: der Kassel Airport ist und bleibt ein Millionengrab für unsere Steuergelder.
Von welchen Geldern soll dieser verrottende Flughafen denn einmal saniert werden, was in zehn Jahren bestimmt nötig ist? Noch mehr Steuergelder in diesen sinnlosen Regionalflughafen verschwenden?
Nicht mit uns!
Wir werden die Subventionierung vom Kassel Airport stoppen.
Das sieht übrigens auch die EU so: Laut deren Flughafen-Richtlinie dürfen Regionalflughäfen ab 2027 eigentlich gar nicht mehr subventioniert werden.
Aber wer fliegt denn überhaupt vom Kassel Airport? Obwohl in der Presse meist über die Urlaubsflüge berichtet wird, fliegen vom Kassel Airport mit 9.000 Starts und Landungen zu 90% eigentlich nur Geschäfts- und Privatflüge. Aktuell wird jeder einzelne Start also mit sage und schreibe 2.000 € subventioniert – und jede Landung noch einmal mit 2.000 €. Durch jeden dieser täglich zwei Dutzend reichen Schnösel, die mal eben kurz nach Sylt jetten, wird also das Monatsgehalt jeweils einer Kita-Erzieher*in verbrannt. Schluss damit!
Keine Subvention für Privatjets!
Wir sehen: Klimaschutz ist eine Frage von Gerechtigkeit. Während wir als Durchschnittsleute uns abmühen und erfolgreich die Treibhausgas-Emissionen um 40% gesenkt haben, verursachen die reichsten 10% unserer Gesellschaft immer mehr klimaschädliches CO2: durch ihre Jetset-Flüge, ihre protzigen Villen und ihre tonnenschweren SUVs. Wir müssen dieser Rücksichtslosigkeit der Reichen endlich ein Ende setzen.
Die Flüge vom Kassel Airport verursachen aktuell rund 60.000 Tonnen an CO2-Emissionen. Das macht also rund 50 Millionen Euro an Klimaschäden – Jahr für Jahr. Wenn wir die zerstörerische Flutkatastrophe in Österreich oder im Ahrtal sehen, die staubtrockenen Felder der Landwirte, die schreckliche Hungersnot in Ostafrika oder die tödlichen Taifune in Vietnam: all das wird durch diese Flüge mitverursacht.
Früher oder später müssen die politisch Verantwortlichen also einsehen: dieser Flughafen wird und muss bald wieder Geschichte sein.
Wir sagen daher: Geld für Kitas und Klimaschutz statt für Privatflüge! Keinerlei Subventionen mehr für den bankrotten Kassel Airport!
Wir fordern vom Kasseler Oberbürgermeister Sven Schoeller, dass er öffentlich und in der nächsten Aufsichtsratssitzung verkündet, dass die Stadt Kassel bald keine weiteren Subventionen mehr leisten wird für die Privatflüge der Reichen am Kassel Airport. Die Kasseler Koalition von Grünen, CDU und FDP muss endlich einen realistischen Blick einnehmen, was wir uns heute in Zeiten der Klimakrise noch leisten können.
Als Mehrheitsgesellschafter stehen aber vor allem der hessische SPD-Wirtschaftsminister Mansoori und CDU-Finanzminister Lorz in der Pflicht, endlich ein Ausstiegsszenario zu planen, um nicht weiter Steuergeld zu verbrennen.
Ohne unseren Druck von der Straße wird aber kaum etwas passieren. Daher lasst uns zusammen weitere Aktivitäten organisieren. Kommt zum ersten offenen Bündnistreffen „Kassel Airport stoppen“: nächsten Donnerstag um 17:30 im Politzentrum am Altmarkt. Also: nächsten Donnerstag 17:30 Uhr am Altmarkt (Die Freiheit 19).
Gemeinsam machen wir deutlich:
Kassel Airport stoppen!
Kassel Airport stoppen!
Kassel Airport stoppen!