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K+S – WELTMARKFÜHRER MIT ABFALLGARANTIE
K+S, mit Hauptsitz in Kassel, bietet eine vielfältige Produktpalette von Kali- und Magnesiumprodukten über Salz bis hin zu Entsorgungs- und Logistikdienstleistungen an.
Weltweit aktiv, betreibt das Unternehmen Produktionsstandorte in Europa, Nord- und Südamerika sowie Vertriebsstandorte in Afrika und Asien.
Der Rohstoffabbau findet tief unter der Erde statt, wobei 80 % des Materials als Abfall enden. Diese Abfälle müssen irgendwo hin, und so sind die salzige Werra und die Abraumhalden wie z. B. der Monte Kali bei Neuhof entstanden. Nach über 100 Jahren Kalibergbau gehören die Werra und die Weser zu den salzbelastetsten Flüssen Europas. Auch das Grundwasser ist erheblich gefährdet.
DIE SALZIGE WERRA
Die einst idyllische Werra hat sich durch die Einleitung gelöster Salzabfälle von K+S zu einem Salzgewässer entwickelt. Die fragilen Süßwasserökosysteme des Flusses werden zerstört; Fische zeigen schwere Schäden und Krankheitsbilder wie Geschwüre, Rötungen und Vernarbungen. Viele Arten sind ausgestorben, während sich nur wenige salztolerante Arten ausbreiten. Die Schäden beschränken sich nicht nur auf die Werra, sondern breiten sich auch bis in die Weser aus. Die umliegenden Gemeinden müssen ihr Trinkwasser aus 30 bis 40 km Entfernung beziehen. Aufgrund der Salz- und Brombelastung ist das Grundwasser und somit auch die Trinkwasserversorgung in der Umgebung stark bedroht. 10 bis 15 % des Wasserverbrauchs von K+S entfallen auf Gebiete mit hohem Wasserstress, was die ohnehin knappen Ressourcen weiter belastet.
DER MONTE KALI
Die imposanten Abraumhalden von K+S sind ein alarmierendes Zeichen für den unver- antwortlichen Umgang eines Unternehmens, das Profite über den Umweltschutz stellt. Feststoffliche Abfälle werden in Halden von bis zu 200 Metern Höhe gelagert. Bei Regen löst sich Salz von den Halden; ein Teil des Salzwassers wird aufgefangen und in die Werra geleitet, der Rest versickert im Boden. Dies verschmutzt die Werra und das Grundwasser und schädigt die lokale Fauna. Bis 2060 sollen sich die Halden verdoppeln und es kann über 2000 Jahre dauern, bis kein Salzwasser mehr austritt. Der Versuch, den Monte Kali 2023 abzudecken, wurde aufgrund von Protesten gestoppt. Der Plan, den Berg mit Bauschutt und Erde zu bedecken und zu begrünen, würde 40 Hektar Wald kosten, 100 Jahre dauern und das Versalzungsproblem nur verlangsamen.
WAS IST NOCH AN K+S PROBLEMATISCH?
Das abgebaute Kali wird hauptsächlich in schädlichen NPK-Düngemitteln verwendet, die in der konventionelle Landwirtschaft benutzt werden. In der ökologischen Land- wirtschaft kommen mineralische Kalidünger nur geringfügig zum Einsatz, da Biobauerinnen Alternativen wie Gülle bevorzugen. Gestiegene Produktionskosten werden großzügig auf die Landwirtinnen umgelegt. K+S profitiert stark von Sanktionen gegen Russland und Belarus. Auch im Ausland führt K+S problematische Projekte durch, wie z.B. in Australien wo Nationalparks durch K+S bedroht werden oder in Uganda, wo K+S die Neoliberalisierung des Agragsektors vorantreibt und kleinbäuerliche Strukturen bedroht.
GEHT DAS ANDERS?
Ja! Es gibt alternative Verfahren, die die Umweltbelastungen des Abbaus signifikant verringern könnten. In den alternativen Verfahren würde der Abfall direkt unter Tage bleiben. K+S lehnt diese Alternativen jedoch ab, da sie nicht wirtschaftlich genug für das Unternehmen sind. Die Profite werden privatisiert, während die Umweltprobleme der Gesellschaft aufgebürdet werden.
SIND DIE UNTERTAGEDEPONIEN LEER?
Nein: K+S lagert hochgiftige Schadstoffe wie Quecksilber in seinen Bergwerken ein. Nur für das Freihalten der Untertagedeponie gibt es die Salzhalden. Die Einlagerung von Giftmüll ist ein weiterer Geschäftszweig von K+S.
WAS SAGT K+S DAZU?
K+S stellt sich als unschuldig dar. Seit über 100 Jahren erwirtschaftet das Unternehmen durch den Bergbau Profite auf Kosten der Umwelt und Natur. K+S bietet keine echten Lösungen für die von ihnen verursachten Probleme an und hat auch nicht die Absicht, ihre Praxis bald zu ändern. So wird das Problem für zukünftige Generationen weiter verschärft.
UNSERE FORDERUNGEN
Trinkwasser statt Giftwasser: Der Salzbewirtschaftungsplan muss angepasst werden, sodass bis 2027 in der Werra und Weser europäische Standards für Süßwasserflüsse eingehalten werden können.
- Maßnahmenplan Werra 2060: Es müssen dringend Maßnahmen erarbeitet werden, um das Abfallproblem in der Werra zu lösen.
- Umstellung auf klima- und umweltfreundlichere Verfahren weg vom Gas: K+S verwendet derzeit ein für das Unternehmen kostengünstiges, aber stark klima- und umweltschädliches Verfahren mit viel Gasverbrennung (2 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen – pro Jahr). Wir fordern die Umstellung auf ein alternatives Verfahren, bei dem die problematischen Abfälle unter Tage verbleiben.
- Haldenrückbau und Stopp der Haldenerweiterung: Wir fordern den Rückbau der Halden und den sofortigen Stopp der weiteren Ablagerung von Abfall auf den Halden.
- Vergesellschaftung: K+S sollte in eine gemeinwohlorientierte Rechtsform überführt werden. Dadurch würden die Interessen der Gesellschaft und der Umwelt in den Mittelpunkt rücken, anstatt das Profitinteresse Einzelner.
Willst du auch was gegen K+S und andere klimaschädlichen Konzerne und Strukturen machen?
Dann komm gerne zu uns!